Dr. Dr. Florian Arnold
Akademischer Mitarbeiter für Philosophie und Ästhetik in der Fachgruppe Design, ABK Stuttgart
Wir sind heute an der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste in Stuttgart und unterhalten uns mit Florian Arnold, der hier seit 2019 Philosophie und Ästhetik in der Fachgruppe Design lehrt. In seiner ersten, philosophischen Promotion, die er 2015 an der Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg schrieb, befasste er sich mit dem philosophischen Bildungsbegriff und dem Antagonismus zwischen Vernunft und Einbildungskraft. 2017 folgte eine zweite, designtheoretische Promotion an der Hochschule für Gestaltung Offenbach mit dem Titel „Logik des Entwerfens. Eine designphilosophische Grundlegung“. Darin analysiert er, ausgehend von Kant und Heidegger, das Verhältnis zwischen Philosophie und Design und versucht, es neu auszulegen.
Auch in seinem bereits 2016 erschienenen Buch „Philosophie für Designer“ beleuchtet er die Schnittstellen dieser beiden Domänen. Neben zahlreichen Mitgliedschaften ist er seit 2016 Redakteur der „Philosophischen Rundschau“ und Mitglied bei Diversus e. V.
Motivation
Herr Arnold, bevor wir intensiver in das Thema einsteigen, vorab eine persönliche Frage: Was motiviert Sie, im Spannungsfeld zwischen Design und Philosophie zu forschen und zu lehren?
Wie so oft im Leben ist es das Leben selbst. Meine eigentliche Motivation ist meine Auseinandersetzung mit bestimmten philosophischen Fragestellungen, die oft ihre Eigendynamik entwickeln. Und ich bin von dem Typ, dem auch gerne mal nachzugehen und zu schauen, was sich da von selbst auftut. So kam es dann auch, dass ich über die Auseinandersetzung mit dem Bildungsbegriff ziemlich schnell in das Gebiet der Gestaltung gefunden habe. Da ging mir plötzlich auf, dass das, was allgemein unter dem Begriff des Designs firmiert, oft belächelt und in der Öffentlichkeit pejorativ gebraucht wird. Jedoch führt der Designbegriff eigentlich mitten ins Herz einer modernen Problematik, nämlich der Gestaltfindung von Dingen, die im weitesten Sinne nicht natürlich sind und die gemeinhin als Artefakte bezeichnet werden. Diese Relevanz kann gerade mit Blick auf die Zukunft und die Frage der Digitalität eigentlich nur enorm steigen und wachsen. Deshalb war der Grund, mich intensiver mit dieser Thematik auseinanderzusetzen, dass ich das Design zunehmend als eine wichtige Disziplin der Zukunft verstanden habe.
Designbegriff
Das ist eine sehr interessante, aber durchaus nicht die übliche Herangehensweise an das Design. Deshalb ist sie mit Blick auf die nächste Frage besonders spannend, mit der wir versuchen, uns ein Bild vom Designbegriff zu machen: Können Sie Ihren Designbegriff erläutern und in wenigen Sätzen zusammenfassen, was Sie dabei für elementar halten?
Wenn ich, wie in diesem Fall, dazu genötigt werde, würde ich einen Aspekt des Designbegriffs starkmachen, der mich momentan sehr beschäftigt: Design als Metamorphose. Damit meine ich, dass Design als Gestaltwandel zu verstehen ist, der sich von natürlichen Zusammenhängen im Kleinen bis hin zu Fragen des Klimas erstreckt. Das ist, könnte man meinen, ein absolut überdehnter Designbegriff. Das mag dahingehend sein, dass das, was wir gemeinhin unter Design verstehen, als Design im Alltag zur Anwendung bringen und die Lehre des Designs eher Consumer Electronics, Typografie etc. umfasst. Ich glaube aber, dass man all das in der Praxis nicht wirklich sinnvoll ausüben kann, ohne davon gleichzeitig einen Begriff in der Theorie zu haben, der es einem erlaubt, den Horizont dessen im Blick zu behalten, was ein einzelnes Design in der jeweiligen Situation bedeutet. Wenn ich an der Hochschule Theorie lehre, geht es mir freilich nicht darum, Leute in Climate Engineering auszubilden, weil das nicht meine Domäne ist. Wenn ich aber behaupte, dass der Begriff der Metamorphose oder auch Morphologie (wenn man es so goethisch nehmen will) interessant für die Auseinandersetzung ist, meine ich das als theoretischen Horizont, in dem sich die Praxis bewegt. Das ist eigentlich keine Definition (höchstens im griechischen Begriff des horismos), sondern eher eine Horizontabschreitung dessen, was ich Design nennen würde. Ich muss aber ehrlich sagen, dass ich auch gar nicht viel davon halte, so zu tun, als ob es eine eindeutige Definition für das Design gäbe. Ich glaube, dass man es gerade im Bereich des Designs mit einer Disziplin zu tun hat, die eine Dialektik besitzt, die stärker als in anderen Disziplinen an die Praxis rückgekoppelt ist. Es ist heute noch gar nicht ausgemacht, was am Horizont der Zukunft alles als Gestaltungsgegenstand aufziehen wird und ich glaube, dass die Anforderungen und zugleich die Möglichkeiten des Designs noch deutlich zunehmen werden. Das muss nicht unbedingt heißen, dass es verwässert oder überdehnt wird, sondern dass da noch einiges im Kommen ist und es deswegen prospektiv noch verfrüht ist, klare Definitionen und Abgrenzungen vornehmen zu wollen. Man kann heute vielleicht immer wieder situativ definieren, was das Design beispielsweise von der Kunst unterscheidet, das will ich auch nicht in Abrede stellen. Ich halte das nicht für unerheblich. Umgekehrt würde ich es jedoch für kontraproduktiv halten, das Design jetzt schon in ein Disziplinenkorsett zwängen zu wollen.
Ist der Designbegriff demnach weniger feststehend und wird vielmehr diskursiv immer wieder aufs Neue erschlossen?
Sagen wir mal so: Der Begriff des Designs verflüssigt sich nicht in dem Sinne vollständig, dass man ihn überhaupt nicht fassen könnte. Ebenso wie im praktischen Prozess der Gestaltung gibt es auch (und muss es auch geben) in der Theorie Resultate. Auch mit Blick auf den Begriff der Metamorphose oder der Morphologie kann man sagen, dass es immer wieder eine bestimmte Gestalt gibt, in der sich die Dinge verdichten. Das ist die eigentliche Idee. Auch wenn die meisten DesigntheoretikerInnen und -PraktikerInnen sich wohl darauf einigen würden, dass Design mehr Prozess als Objekt ist, muss aufgrund einer gewissen Deadline (das ist eine gute alte Einsicht: Das Leben ist endlich) irgendwo etwas stehen, denn auch Aufträge sind meistens zeitlich und anderweitig begrenzt. Ich würde behaupten, dass das auch für die Theorie gilt. Am Schluss steht die Designtheorie der Herausforderung gegenüber, die eigene Zeit auf einen Begriff zu bringen. Es wäre verlogen, wollte man sich immer wieder dadurch rausreden, dass die Zukunft es schon zeigen wird. Natürlich tut sie das gewissermaßen, aber sie zeigt gar nichts, wenn ich mir nicht eine aus der Vergangenheit kommende und in der Gegenwart gründende Perspektive erarbeite, um überhaupt einen Blick zu kriegen, was als Design nennenswert in Erscheinung tritt. Das ist in dem Sinne dann auch immer an einen Status quo rückgekoppelt, auch wenn dieser nicht auf ewig zementiert ist.
Design & Philosophie
Ich würde gerne auf einen Ihrer Schwerpunkte eingehen, nämlich den Diskurs zwischen Philosophie und Design. Philosophie meint hier natürlich nicht ausschließlich eine institutionelle Domäne, sondern soll auch als Reflexionsmedium und als Instrumentenkoffer philosophischer Methoden verstanden werden, wenn man so will. In Ihren Büchern liest man immer wieder den Gedanken heraus, Design als angewandte Philosophie und Philosophie als theoretisches Design zu verstehen. Was sind die zentralen Aspekte und wichtigsten Kernpunkte, die die Metamorphose zwischen Philosophie und Design ausmachen?
Man hat es dahingehend grundsätzlich mit einer Form von Gegenwendigkeit im Sinne eines zweiseitigen Zusammenhangs zu tun. Das, was sich in der praktischen Gestaltung abspielt, lässt sich oft am treffendsten anhand von Problemstellungen unterschiedlichster Natur verbalisieren, um wiederum praktische Antworten geben zu können. Diese Problemstellungen können beispielsweise soziologischer Natur (Was gilt für welche Gruppe?), materialtechnischer Natur (Welches Material oder welche Performance eignen sich am besten für die Gestaltung?) oder auch ökonomischer Natur sein. Und ich glaube nach einer klassischen Auffassung daran, dass die Philosophie diejenige Disziplin ist, die diesbezüglich aufs Ganze geht und versucht, die verschiedenen Zusammenhänge als solche im Blick zu behalten. Das bedeutet hier zum einen, was die Zusammenhänge in der Bewertung und Gewichtung der jeweiligen Einflüsse und Faktoren selbst anbelangt, zum anderen aber auch das Untereinander mit Blick auf das Ganze. Auf einen Entwurf bezogen bedeutet das, dass dieser eben nicht halb dieses und halb jenes ist, sondern sich auf diesen verschiedenen Ebenen bewegt. In dem Sinne ist die Philosophie tatsächlich ein gutes Reflexionsmedium, zudem vielleicht aber auch ein Motivationsmedium für die Umsetzung von Entwürfen. Der Schritt hin zur angewandten Philosophie besteht eben darin, dass man bestimmte Entwürfe mit einem solchen Bewusstsein von der Gestaltung leichter vorbereitet und konzeptualisiert. Dabei kann man durchaus zu dem Entschluss kommen, dass es manchmal einfach besser ist, gar nichts zu entwerfen (was natürlich ein Extrem angewandter Philosophie wäre). Es ist klar, dass man philosophische Fragen nicht einfach in praktische Antworten überführen kann. Die Leitidee ist aber dennoch die, seinen Entwurf in einem solchen Horizont zu platzieren. Umgekehrt wäre die Philosophie als theoretisches Design damit eine Reflexionsform, die sich an den Gegenständen des Umfeldes, der Umwelt oder auch an abstrakten Zusammenhängen orientiert (die oft auch nicht ungestaltet sind, wie man beispielsweise anhand der Rolle der Diagrammatik in den Naturwissenschaften oder der reinen Mathematik sieht). Damit wird die Philosophie auf einer gewissen Ebene auch zu einem Gestaltungsgegenstand. All das ist der eigentliche Nährboden philosophischer Reflexion, auf dem die Philosophie durch die Auseinandersetzung zu stehen kommt, eben weil sie Fragen stellt wie: „Was ist hier eigentlich der Fall? Was ist an der Zeit? Was ist ein gutes Leben?“ und damit mitunter an Aktualität gewinnt (womit ich natürlich nicht sagen will, dass die Philosophie ausschließlich aktualitätsheischend ist). Diese Fragen kann man nicht im Vakuum beantworten. Auch deshalb halte ich es für philosophisch naheliegender und effektiver, was den Impact philosophischer Reflexionen betrifft, sich eher an den Fragen des Designs zu orientieren als an den Fragen der Kunst. Wenn es eine Disziplin in der Praxis gibt, die sich immer auch formend auf das ganze Umfeld auswirkt, in dem wir uns bewegen, dann ist es wohl das Design.
Inwiefern kann man die Philosophie als Motivationsmedium begreifen? Werden Motivationen dort nur katalysiert, oder kann man sagen, dass durch philosophische Reflexion auch bestimmte Motivationen geweckt werden?
Das würde ich beides in gewisser Hinsicht sagen. Die Erfahrungen, die ich in der Praxis mit DesignerInnen in der Auseinandersetzung mit ihren Entwürfen gemacht habe, zeigen, dass einem durch die philosophische Reflexion nicht unbedingt gesagt wird, auf welche Art und Weise man etwas zu tun hat. Das wäre nicht philosophisch, denn dann wären PhilosophInnen die besseren DesignerInnen. Diese Annahme wäre verfehlt und anmaßend. Es handelt sich dabei eher um eine sich auftuende Perspektive, die wiederum inspirierend und motivierend wirkt, Dinge in Bewegung bringt und dort neue vorantreibende Ideen ins Spiel bringt, wo es manchmal haken kann.
Gerade in diesem Kontext gibt es natürlich Themenfelder, die Design und Philosophie gleichermaßen betreffen und die Philosophie als Fragestellung virulenter und interessanter werden lassen. Was sind aus Ihrer Sicht die größten Herausforderungen für das heutige Design?
Das ist eine sehr schwierige Frage, weil ich glaube, dass wir es dahingehend mit dem Problem, der Ambivalenz, wenn nicht gar der Dialektik zu tun haben, ausloten zu müssen, wo Design nicht mehr stattfinden darf und wo es umgekehrt in einem viel größeren Maße stattfinden muss, um es anderswo zu verhindern. Es gibt so viele gestaltete Dinge, die eigentlich nichts anderes als eine Wiederauflage aus Vermarktungszwecken sind. Natürlich leben wir in einem Wirtschaftssystem, das eben von dieser Taktung lebt und worin das Design seine – vielleicht auch äußerst fragliche – Funktion hat. Auf der anderen Seite gibt es aber durchaus gravierende Probleme von globalem Ausmaß, bei denen sich die Frage stellt, ob es Gestaltungsansätze gibt, die bei der Behebung solcher Probleme eine Hilfestellung bieten können. Ich bin keiner derjenigen, die behaupten würden, dass das Design die Aufgabe hat, die Welt zu retten, oder die Welt überhaupt retten kann. Dennoch spielt es in diesem ganzen Zusammenhang eine wichtige Rolle, sei es auch nur in der Koordination der verschiedenen Helfer. Wie man es überhaupt schafft, Hilfe zu bündeln, ist eine ernst zu nehmende Gestaltungsaufgabe. Ich sah erst heute am Bahngleis ein Werbeplakat von der Welthungerhilfe, worauf neben einem betroffenen, aber gewinnenden Gesicht stand: „Spende Geld, um den Welthunger zu beenden.“ Das ist natürlich wieder so eine Kurzschlussvorstellung von Hilfe, die dadurch konterkariert wird, dass viele, die solche Werbung machen, in einer Gesellschaft leben, die irgendwo anders auf der Erde strukturell Armut produziert. Das ist natürlich ein Dilemma und das Design ist auch Ausdruck dieses Dilemmas. Der zumindest theoretische Vorteil des Designs ist hingegen, dass es sich seit seinen Anfängen nicht vormachen kann, nicht involviert zu sein. Das Design hat sich seit jeher die Finger schmutzig machen müssen, wobei natürlich die Frage im Raum steht, in welcher Hinsicht. Schmutzig muss nicht blutig heißen.
Mittel & Methoden
Das sind durchaus auch abstrakte, ergebnis- und wegoffene Problemstellungen, bei denen man manchmal nicht recht weiß, welchen Weg man einschlagen soll. Hier kann die Philosophie durch eine gewisse Orientierung Abhilfe leisten. Welche Mittel und Methoden, vielleicht auch Kompetenzen, können DesignerInnen aus dem Instrumentarium der Philosophie nutzen, um solchen Herausforderungen begegnen zu können?
Also, es fängt schon mal damit an, dass man aufhört, sich selber in so ein Bündel von Kompetenzen aufzulösen. Ich bin tatsächlich noch ein Verfechter des emphatischen Bildungsbegriffs, der noch die fast essenzialistische Annahme macht, dass es so etwas wie eine Persönlichkeit gibt. Und wenn es die nicht gibt, dann wäre es wünschenswert, sie herzustellen. Das ist so ähnlich wie bei Voltaire: Wenn es Gott nicht gäbe, müssten wir ihn erfinden. Eine Gestaltung im anspruchsvollen Sinne, für die ich mich nicht verstecken muss, auf die ich als Person stolz sein kann und die mit Blick auf das Ganze auch ihren Dienst tut, scheint mir oft von GestalterInnen zu kommen, die sich nicht einfach unterordnen, sondern die eigene Rolle in der Gesellschaft tatsächlich reflektieren können. Das bedeutet, die eigenen Grenzen zu erkennen, seine eigenen Schwächen vor Augen zu haben und umgekehrt seine eigenen Stärken ins Spiel zu bringen. Und diese Stärken entwickeln sich erst dann am besten, wenn man sich als GestalterIn begreift und reflektiert, und in diesem Sinne das macht, was die Philosophie seit eh und je tut, nämlich sich die Frage zu stellen: Was ist ein gutes Leben für mich? Darauf eine Antwort zu finden, kann einerseits der Orientierung in der eigenen Praxis dienen, indem man Dinge tut, die in den eigenen Augen tuenswert sind. Andererseits kann das aber auch bedeuten, selber mehr und mehr zur Antwort zu werden, indem man sich in den Entwürfen und in der Auseinandersetzung mit der Materie, die einem vorher fremd war, bildet und dadurch seine eigenen Fähigkeiten kennenlernt. Was die Philosophie geben kann, ist vielleicht gar nichts Direktes oder Konkretes. Das hat also nichts mit Softskills et cetera zu tun. Das hat mich als Philosoph nie interessiert und ich glaube, gute DesignerInnen interessiert es am Schluss auch nicht, was man im Design alles tun könnte, sondern was man eigentlich macht. Und dass man es so macht, dass man sich damit identifizieren kann und es dem Gestalt gibt, was einem selbst als lebenswert erscheint. Das gilt ebenso für die Praktiken des Designs wie für die Theoria der Philosophie.
Das ist ja auch eine Art Transdisziplinarität, die da zusammenkommt, besonders wenn man die institutionelle Situation von Design und Philosophie einbezieht, die sich durchaus auch dialektisch zueinander verhalten können. Welche Rolle spielt Transdisziplinarität Ihrer Meinung nach in dieser Hinsicht?
Ich glaube, das ist sowieso unabdingbar. Um ehrlich zu sein, habe ich mir in letzter Zeit viele Gedanken darüber gemacht, was eigentlich heute noch eine Universität und demgegenüber eine Akademie oder eine Hochschule ist. Dabei kann ich nicht anders, als darauf zu stoßen, dass der Begriff der Akademie eine platonische Erfindung ist und von der Institution her eigentlich zunächst mal eine Gründung abseits der Öffentlichkeit darstellte, die aber gleichwohl die ganzen Kompetenzen und Interessierten in einem transdisziplinären Diskurs über die Frage des Wahren, Guten und Schönen (wenn man das mal so ganz klassisch sagen will) zusammengeführt hat. Der Aspekt, den ich in der Tradition der Akademie hervorheben möchte, ist, dass auch diese sich vorerst als eine eigenrechtliche Institution begriffen hat. Das hat sich allerspätestens (ich springe jetzt etwas) mit dem Wandel des Selbstverständnisses im 20. Jahrhundert geändert, nachdem man sich stärker in die gesellschaftliche Struktur eingebunden sah und sich dadurch enger an gesellschaftlichen Nöten und Belangen ausrichten wollte oder aufgrund der Finanzierungssituation auch schlichtweg musste, was dann wiederum unterschiedliche Traditionen in Europa hervorgebracht hat. Das hat vielleicht auch schon einen Grad an Automatismus erreicht, der mir zu wenig reflektiert ist. Damit steht die Frage im Raum, ob eine Universität, Hochschule oder Akademie am Schluss einfach nur noch eine Ausbildungsstätte sein soll, also die Erweiterungsstufe der Schule mit einem Zuschnitt spezieller Kompetenzen, oder ob eine Universität im Sinne einer klassischen Auffassung ein Freiraum und auch Schutzraum sein muss. Ich glaube, solche Fragen müssen wiederkommen. Und da ist Transdisziplinarität eines der Schlagworte, weil ich glaube, dass einhergehend mit meiner Bildungsvorstellung einer Persönlichkeit jede tatsächliche Erfahrung am Schluss immer auch eine Erfahrung ist, die man im Unerwarteten macht. Und das Unerwartete ist nun mal zumeist da zu finden, wo man sich nicht sowieso schon immer bewegt.
Dennoch erlebt man viele Studiengänge gefühlt als klar zugeschnittene Lern- oder Bildungsmedien, etwas überspitzt ausgedrückt. Könnte Transdisziplinarität dahingehend eine Rolle spielen, dass man sich in Opposition zu den eigenen Lehrinhalten stellen und sich so in einer Art Reflexionsraum persönlich weiterbilden kann?
Ich will dahingehend ehrlich sein, dass ich mit meinen Überlegungen noch zu keinem Endresultat gekommen bin. Die Frage ist, wie man sich aufstellt. Der Begriff der Interdisziplinarität geht eigentlich noch davon aus, dass es disziplinäre Kompetenzen gibt, die dann in einem Raum wechselweise zusammengeführt werden, wohingegen der transdisziplinäre Ansatz das Verhältnis eigentlich umdreht und davon ausgeht, dass man gerade aus den Schnittstellen verschiedener Disziplinen heraus arbeitet und sich dann die jeweiligen Kompetenzen aneignet. Beides sind Modelle mit Vor- und Nachteilen. Ich kann dazu noch keine eindeutige Antwort geben.
Mit welcher Haltung und mit welchen Voraussetzungen sollte man dem transdisziplinären Lernen dennoch begegnen, um sich gerade anderen Domänen wie der Philosophie sinnvoll zu widmen und sie auch in die eigene integrieren zu können?
Ich glaube, DesignerInnen und PhilosophInnen können gar nicht anders. Natürlich kann man sich in der Philosophie auf spekulative Weise auch allein mit dem Wesen des Begriffs beschäftigen wollen. Das ist Grundlagenforschung und das will ich auch nicht verleugnen oder schlechtmachen. Aber – mit Hegel gesprochen – eine tatsächliche Auseinandersetzung mit der Welt ergibt sich erst aus einer wechselweisen Durchdringung von Grundlagenforschung einerseits und der unendlichen Materialfülle andererseits. Diese Auseinandersetzung dann innerhalb seiner Zeit auf einen Begriff zu bringen, bedeutet gleichzeitig, einen Begriff vom Begriff und auch einen Begriff von der Zeit zu entwickeln. Dasselbe würde ich auch für das Design in Anschlag bringen. DesignerInnen müssen sich, wenn sie einen guten Entwurf machen, einerseits jenes multidimensionale Umfeld vergegenwärtigen, in das der Entwurf eingehen soll, und sich andererseits mit der Gestaltung selbst auseinandersetzen. Das können Grundpraktiken des Entwerfens und auch Grundansätze und -konzepte der Gestaltung sein (wie eben der Begriff des Entwurfs selbst), über die man sich dann in der Praxis der eigenen Disziplin klar wird beziehungsweise diese Praxis ihrerseits klarer werden lässt. Ich glaube, dass sich die beiden Disziplinen der Philosophie und des Designs gerade darin letztlich nicht voneinander trennen lassen.
Inwiefern lässt sich dieser Reflexionsradius hin zur Philosophie auf andere Geisteswissenschaften ausweiten? Anders gefragt: Welche Geisteswissenschaften sollten für das Design genauso eine Rolle spielen?
Der Raum der Geisteswissenschaft ist recht groß und ich glaube, dass man mit einem aufgeweckten Interesse überall und in jedem fündig werden kann. Das hat nichts mit Zufall zu tun. Beispielsweise könnte selbst so etwas wie die Ägyptologie dem Design einiges an Input bieten. Damit meine ich nicht nur die reine Ornamentik, sondern auch den Umgang mit Hieroglyphen, aus dem man lernen kann, wie man mit Sprachcodes umgeht, die im Unterschied zu unseren heutigen Sprachcodes nicht alphanumerisch, sondern piktogrammatisch verfasst sind. Aus einer solchen Auseinandersetzung könnte man einiges darüber lernen, wie man Signalsysteme besser etablieren kann et cetera. Das ist natürlich nur ein Beispiel. Was in dem Zusammenhang auch häufig unterschätzt wird, sind die Literaturwissenschaften. Oliver Ruf beispielsweise schreibt in diesem Kontext über Storytelling, was meines Erachtens wichtig ist und nicht unbedingt identisch mit User Experience Design sein muss. Das ist eine Möglichkeit, den Menschen besser zu verstehen, da wir nun mal Geschichten erzählende Tiere sind und zwar in dem Sinne, dass wir uns den Weg, wie wir dorthin gekommen sind, wo wir sind, gerne erzählen lassen, um uns zugleich ein Bild davon zu machen, wo es noch hingehen könnte. Wir waren noch nicht einmal bewusst dabei, als wir in diese Welt gekommen sind, und dasselbe gilt für unsere Geschichte, die wiederum ja auch nur aus Geschichten besteht. So gesehen reicht das natürlich bis in die Frage einer Zukunft, wo der Status zwischen Tieren und künstlicher Intelligenz nach neuen Selbsterörterungen im Wortsinne verlangt. Neben all dem gibt es unzählige andere Richtungen, die wichtig sind. Ich glaube, in allem kann man Aspekte finden, die man nur in einer speziellen Disziplin antrifft. Schließlich handelt es sich hier um Geisteswissenschaften – und der Geist hat sehr viele Facetten. Wer geistvoll und geistesgegenwärtig gestalten will, kommt wohl nicht umhin, sich auch mit dem gegenwärtigen Stand der Geisteswissenschaften auseinanderzusetzen.
Designlehre
Jetzt würde ich gerne wieder konkreter auf den Bezug zur Philosophie eingehen. Es gibt zwar schon Berührungspunkte in der Lehre, trotz fundamentaler Schnittstellen aber auch Unterschiede im institutionellen Kontext von Lehre und Didaktik. Auf welche Weise kann und sollte das Besprochene in die Designlehre eingebettet werden?
Es gibt ja schon etablierte Praktiken. Bei Ihnen an der Hochschule wird es sicherlich gewisse Formate geben, in denen man mit philosophischer Reflexion in Kontakt kommt. Hier sieht es nicht anders aus. Wichtig finde ich vor allen Dingen, so etwas wie einen Kanon zu etablieren und zu kultivieren. Das bedeutet nicht, alles auf einmal und immer festzulegen, sondern sich auf gewisse Grundansichten verständigen zu können und dies auch zu tun. Das ist also mehr als eine bloße Einigung und dahingehend fast schon wieder so eine hegelianische Einsicht, dass Gedanken ohnehin nicht die reine Form eines Glasperlenspiels sind. Denken vollzieht sich immer am Konkreten und braucht tatsächlich auch einen gewissen Input. Das heißt umgekehrt für die Philosophie, dass es eine Geschichte gibt, die man sich aneignen kann. Wichtig ist also eine Orientierungsleistung, die sich tatsächlich auch in einem Studium erbringen lässt, wenn man beispielsweise (so wie hier) einen Grundkurs in der Ästhetik anbietet, wo es erst mal ausschließlich darum geht, klassische theoretische Positionen der Ästhetik in Erinnerung zu rufen und damit Referenzen zu etablieren. Das soll nicht dazu führen, dass man alles übernimmt, sondern dass man weiß, in welchem Jahrtausende anhaltenden Diskurs man sich eigentlich bewegt. Das ist einerseits eine Einschränkung, andererseits aber auch gerade die Möglichkeit, sich in der Unendlichkeit des Raumes ästhetischer Gestaltungen zu orientieren. Ich glaube, gutes Design ist zum einen immer ein Sich-Verorten und zum anderen eine unerwartete Erweiterung des Diskurses und des Raumes, durch eben jene Orientierung. Ich halte ansonsten aber auch Formate für sinnvoll, in denen man in der Auseinandersetzung des Entwurfsprozesses genau dieses Spiel von Fragen und Antworten etabliert und schaut, wie man es weiterentwickeln kann. Gerade heute scheint es durch Fragen des Critical Design oder Speculative Design immer naheliegender zu werden, auf einer theoretischen Ebene gestalterisch zu werden. Das ist zum Beispiel auch Teil der Konjunktur des Curational Designs und der ganzen Ausstellungspraxis, die ja eigentlich wie ein Schaufenster von Gedanken funktioniert, vorgeführt an Designobjekten.
Für die Lehre kann man das also als doppelte Aufgabe verstehen: Einerseits gibt es ein klar umgrenztes Theorieangebot, um sich in einem Wissensdiskurs oder einer Wissenslandschaft verorten zu können, andererseits sollte die theoretische Reflexion eine größere Rolle in der Problem- und Lösungsdefinition des praktischen Entwurfsprozesses spielen. Sehe ich das richtig?
Das kann man so sagen. Man kann es insgesamt auch vereinfacht so formulieren, dass man mit offenen Augen durch die Welt geht. Es gibt viele Leute, die die Augen schon offen haben und es lohnt sich, ihnen zuzuhören. Und auch eine Universität ist manchmal ein Sammelort und ein Archiv genau solcher Meinungen sowie deren Übersetzung in ein lebendiges Gespräch, beispielsweise in einem Seminar. Am Schluss geht es schließlich um die Geistesgegenwart und Lebendigkeit im Denken. Deshalb sollte es nicht darum gehen, Leute abzurichten, einzuschüchtern und sie mit der Geschichte zu erschlagen, sondern darum, ihnen die Souveränität angedeihen zu lassen, sich in ihrer eigenen Geschichte zu bewegen und sich diese so weit anzueignen, dass sie weder ihre Eigenheit verlieren noch es verpassen, ihre Eigenheit erst zu gewinnen.
Das in den Lehrkontext zu übertragen, scheint für die Designlehre gleichermaßen Chance und Herausforderung zu sein, gerade wenn man versucht, den vorher angerissenen Kanon zu etablieren. Welche Risiken sehen Sie in dieser und auch in anderer Hinsicht für die momentane Designlehre?
Viele meiner Kollegen würden wohl sagen, dass es ein Risiko ist, das alles so zu ‚verkopfen‘, wie ich das vielleicht tue. Darauf wäre aber ganz schlicht und trocken zu antworten, dass sich das Design, insofern es auch an der Hochschule gelehrt sein will, auf einem solchen Niveau bewegen muss. Wir leben in Zeiten, in denen es, auch wenn es so scheint, in der öffentlichen Debatte nicht primitiver zugeht, sondern die von den eigentlichen Ansprüchen her immer komplexer werden. Hierfür braucht man ein gewisses Reflexionsniveau, sonst ist man von vornherein abgehängt. Und mit DesignerInnen, die sich bereitwillig abhängen lassen, kann nicht nur ich nicht richtig arbeiten. Das ist auch eine Frage der intellektuellen Selbstachtung. Insbesondere das Design ist eine Disziplin, die in hohem Maße davon profitieren kann. Das gilt natürlich nicht nur für einzelne DesignerInnen, sondern auch für jene Gesellschaft, für die und in der diese DesignerInnen gestalten. Je anspruchsvoller und intuitiver die Designs also sind, desto besser sind diese auch für die Gesellschaft, in der wir leben. Da vertrete ich durchaus so etwas wie einen Aufklärungseifer und bin ein heilloser Propagandeur von Intelligenz. Man kann gar nicht genug lesen, schreiben oder Filme schauen. Dumm ist man von alleine, dafür muss man sich nicht anstrengen oder Hochschulen gründen.
Bildungsbegriff
Zu Ihrem emphatischen Bildungsbegriff, den Sie auch im Hinblick auf die Designlehre vertreten, gehört ja auch eine Schärfung der ethischen Haltung – in der Auseinandersetzung mit der moralischen Umgebung, in der wir uns bewegen und aus der wir eine Ethik ableiten und aufbauen. Wir sehen bei vielen Studierenden in unserem Alter, dass dieses Thema virulenter wird und man sich zunehmend Gedanken darüber macht, welche Auswirkungen Design hat und vielleicht auch haben sollte. Dennoch trifft man nicht immer auf einen didaktischen Spiegel. Inwiefern sollten Ethik und Moral in der Designlehre thematisiert werden?
Das ist interessant, weil es mir mit Blick auf die Einschätzung der Situation ähnlich geht. Wir bemühen uns hier in Stuttgart darum, diese Fragen tatsächlich auch immer mitzureflektieren. Es liegt wohl auch an meinem philosophischen Zuschnitt und dem meines Kollegen Daniel Martin Feige, dass die Frage der kritischen Gesellschaftsbetrachtung eine Rolle spielt, ebenso wie auch eine Kritik an falscher Kritik selbst. Es ist etwas verfehlt zu glauben, dass während man an der Designschule ja dazu ausgebildet wird, die Welt zu retten, man zudem noch zum moralischen Saubermann avanciert. Das ist nicht der Fall, da es auch eine pragmatische Dimension der eigenen Praxis gibt. Gleichwohl beobachte ich bei meinen Studierenden und auch Studierenden anderer Hochschulen, dass genau diese Fragen gegenwärtig absolut virulent sind. Ich finde das begrüßenswert, auch wenn ich es wiederholt nicht vorbehaltlos unterstützen würde, Studierenden zu sagen, dass sie alles können und die Welt retten sollen. Die Vorstellung der absoluten Souveränität halte ich gerade für einen Teil des Problems. Auf der anderen Seite ist es mir aber wichtig, diesen Impetus und überhaupt die moralischen Grenzen der eigenen Tätigkeit unabdingbar mit in den Blick zu nehmen. Das ist eine ernst zu nehmende Herausforderung, aber durchaus kein neues Thema. In den 70ern gab es ähnliche Phänomene und Victor Papanek hat mit Design for the Real World quasi das passende Buch dazu geschrieben. Die Frage ist, ob das jetzt genauso wiederkommt. Ich glaube nicht. Die Geschichte wiederholt sich nicht (wenn, dann nur als Farce, wie Marx meinte). Was aber anzutreffen ist, ist ein ähnlicher Impuls und auch etwas von derselben Empörung, für die es ohne Zweifel Gründe gibt.
Das betrifft ja auch das Verständnis von Design als bloßer Dienstleistung. Vielleicht wird es durch dieses aufklärerische Umfeld, in dem man stets reflektieren und Haltung beziehen sollte, zu einem aussterbenden Habitus, sich als DesignerIn nur als DienstleisterIn zu verstehen. Wie sehen Sie das?
Ja, sollen wir damit jetzt Mitleid haben? Ich weiß es nicht. Es gibt die Idee in der gegenwärtigen Hochschule, dass sie politisch nicht naiv sein und dahingehend zumindest so viel Selbstreflexion verkörpern sollte, dass sie damit, wie sie für die Praxis ausbildet, auch einen Impact auf die Praxis ausübt. Natürlich gibt es Leute, die einfach in Ruhe gelassen werden und ihr Geld verdienen wollen, das sei ihnen ja dahingehend belassen, dass sie das durchaus können. Man kann sein Geld auch mit Waffendesign oder Ähnlichem verdienen. Nur heißt das umgekehrt nicht, dass man sich mit diesem Geld davon freikaufen könnte, kritisch beurteilt oder eben auch geächtet zu werden. Nun bin ich auch kein Verfechter sozialer Ächtung, aber bei derartigen Dingen muss man eben auch mit dem Echo rechnen, das sie hervorbringen. Dass man Verantwortung für das trägt, was man tut, ergibt sich am Schluss aus der Entscheidung jedes und jeder Einzelnen ebenso wie aus unserem Gesellschaftssystem und Rechtsstaat, der allererst ermöglicht, diese Entscheidungen selbstverantwortlich treffen zu können. Das ist die gegenwendige moralische Herausforderung von IngenieurInnen oder DesignerInnen in der Gegenwart, dass sie im Vergleich zu früher autonomer agieren können und dadurch aber auch mehr Verantwortung tragen. Es sollte also vor allem darum gehen, zu mündigen GestalterInnen auszubilden, und mündig heißt, dass manche Entscheidungen alleine getroffen werden können und dadurch auch die Verantwortung manchmal alleine getragen werden muss.
Wenn sich Design in diesem gesellschaftlichen, ökonomischen und auch politischen Verantwortungskomplex bewegt, kann man dann, provokant gefragt, sagen, dass Design immer auch politisch ist?
Ich halte in der Hinsicht nichts von dem von Evgeny Morozov treffend benannten Solutionismus als dem Versuch, die Politik durch das Design zu ersetzen, im Sinne von: „Demokratie? Gibtʼs da eine App für?“ Das ist einfach ein Kategorienfehler. Wer sich politisch engagieren will, der kann auch DesignerIn sein, sollte das politische Engagement dann aber als PolitikerIn ausüben. Wir leben in einer Demokratie, die davon lebt, dass bestimmte Institutionen tatsächlich mit Leben gefüllt werden. Ja, wir haben alle ein passives Wahlrecht – aber wir haben auch ein aktives Wahlrecht, und ich würde es für den falschen Fingerzeig halten zu sagen: „Macht mal lieber Design, schafft soziale Netzwerke, um die politischen zu erübrigen“. Ich würde sagen, dass man sich, wenn man wirklich politischen Einfluss haben will, eben auch aktiv in dem Sinne einbringen muss, dass man von seinem aktiven Wahlrecht Gebrauch macht und sich aufstellt. Wenn es um Politik geht, geht es im Kern um politische Fragen, nicht gestalterische, so viel Ausdifferenzierung muss sein. Das heißt nicht, dass das Design dabei überhaupt keine Rolle spielt. Ich kann auch aus meiner eigenen Haltung heraus als DesignerIn politisch sein, dagegen ist nichts einzuwenden. Aber zu glauben, die Politik durch das Design ersetzen zu können, ist eine, wenn nicht die Ideologie der Gegenwart mit Blick auf das Silicon Valley. Ich glaube, das ist absolut verheerend und wäre nicht allein das Ende der Politik, sondern gleichermaßen der Demokratie.
Das ist ein bedrohliches und trotzdem schönes Schlusswort. Danke für Ihre Zeit und die Antworten.